«Taktischer Fehler des Bundesrats»

Nur wenn es bei einem Rahmenabkommen Fortschritte gebe, erhalte die Schweizer Börse unbefristeten Zugang zum EU-Aktienhandel. So lauten die Zeichen aus Brüssel. SRF-Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt sagt, der Bundesrat habe einen taktischen Fehler begangen:

Der Bundesrat habe der EU im November 1,3 Milliarden Franken an Kohäsionsgeldern zugunsten ost- und südeuropäischer Staaten versprochen, ohne im Gegenzug eine Garantie für die unbefristete Börsen-Zulassung erhalten zu haben.

Behalte der Bundesrat die Kohäsionsgelder nun entgegen seiner Ankündigung zurück, gefährde er die Schweizer Börse. Behalte er sie nicht zurück, verliere er das Gesicht, so Burkhardts Analyse.

Börsen-Frist: Leuthard will abwarten

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission, dass die EU-Staaten den Zugang der Schweizer Börsen zum Aktienhandel im EU-Raum befristen sollen, zeigt sich der Bundesrat ruhig. Bundespräsidentin Doris Leuthard sagte in der Tagesschau des Westschweizer Senders RTS, sie warte den offiziellen Entscheid der EU-Kommission ab, ehe sie aktiv werde.

Der Bundesrat werde aber genau hinsehen, was passiere, und er werde Massnahmen ergreifen, falls das Resultat nicht im Sinne der Schweiz ausfalle, so Leuthard weiter.

Die Befristung der Börsen-Zulassung kommt zustande, wenn sich eine Mehrheit der EU-Staaten dafür ausspricht. Sie sollen sich bis am Mittwoch äussern.

FORMEL E: Montreal steigt aus

Kein Formel E mehr in Montreal
Imago Kein Formel E mehr in Montreal

Das Saisonfinale der Formel E Ende Juli 2018 wird nicht in Montreal stattfinden. Wie Valerie Plante, Bürgermeisterin der kanadischen Metropole, mitteilte, habe die Veranstaltung 2017 ein "finanzielles Fiasko" ausgelöst.

Die Organisatoren hätten die Defizit-garantie von 10 Millionen kanadischen Dollar vollständig aufgebraucht, und noch immer seien Rechnungen in Höhe von 6 Millionen Dollar nicht bezahlt, sagte Plante. Sie versprach den Ausstieg bei ihrer Bürgermeisterwahl im November.

Welcher Ort für Montreal einspringen wird, ist noch nicht bekannt.

Russischer Bobfahrer gesperrt

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den russischen Bobfahrer Alexej Wojewoda lebenslang für alle olympischen Wettbewerbe gesperrt. Wojewoda hatte als Anschieber von Alexander Subkow bei den Winterspielen 2014 in Sotschi zweimal Gold gewonnen.

Wie in den bisherigen Fällen begründete das IOC die Sanktionen mit "forensischen und analytischen Dopinguntersuchungen" der Kommission unter dem Vorsitz des Neuenburgers Denis Oswald. Bereits vor rund einem Monat wurde das russische Zweier- und Viererbob-Team wegen der Dopingvergehen disqualifiziert.

Newcastle-Krankheit ist besiegt

Die Schutzzone um einen Tessiner Bauernhof, auf dem zuvor die Newcastle-Krankheit ausgebrochen war, ist aufgehoben worden. Der Betrieb sei virenfrei, es seien keine Tiere mehr infiziert, teilte der Kantonstierarzt mit.

Die Schutzzone war Ende November eingerichtet worden, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Fast 6000 Legehennen mussten getötet werden.

Weshalb die Newcastle-Krankheit ausbrach, konnte noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich um eine Geflügelkrankheit, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. In der Schweiz tritt die Seuche nur noch selten auf.

Russland meldet Ansprüche an

Russland hat seine wirtschaftlichen Interessen in Syrien angemeldet. Der russische Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin sagte nach einem Treffen mit Syriens Präsident Baschar al-Assad, russische Firmen hätten einen moralischen Anspruch darauf, grosse Wirtschaftsprojekte in Syrien zu realisieren.

Russische Truppen hätten Frieden und Stabilität gebracht. Westliche Partner hätten Syrien hingegen im Stich gelassen, so Rogosin weiter.

Baschar al-Assad habe Russland zugesichert, die Öl- und Gaswirtschaft in Syrien einzig von russischen Firmen wieder aufbauen zu lassen, berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Zug landet auf einer Autobahn

Bei einer Zugentgleisung in den USA sind zwei Waggons auf eine stark befahrene Autobahn gestürzt. Gemäss den Behörden kamen mindestens drei Zugpassagiere ums Leben. 77 Verletzte seien in Spitäler eingeliefert worden.

Der Unfall ereignete sich in der Nähe von Olympia, der Hauptstadt des nordwestlichen Bundesstaats Washington. Der Zug sprang in voller Fahrt aus den Gleisen. Ein Sprecher des örtlichen Sheriffs sagte, Autos und Lastwagen seien von den Waggons getroffen worden.

Der Zug war auf einer neu eröffneten Strecke unterwegs. Zur Unglücksursache gibt es noch keine Angaben.

Anlaufstelle für Missbrauchsopfer

Die Genfer Bildungsdirektion richtet eine Anlaufstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch an Schulen ein. Der Kanton reagiert damit auf mehrere Fälle von Frauen, die sich in den vergangenen Wochen in den Medien zu sexuellen Übergriffen geäussert hatten.

Die Berichte betrafen unter anderem den Genfer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan, aber auch andere Personen, die an öffentlichen Schulen und an der Universität unterrichten.

An Schulen müsse Nulltoleranz gelten, teilte die Genfer Bildungsdirektion mit. Damit Schülerinnen und Schüler schneller Meldung erstatten, werde die Anlaufstelle auch telefonische Beratungen durchführen.